Die Medien sind schuld

Von der Kritik eines Polizeichefs und unzulässigen Verallgemeinerungen

Würde ich in dieser Kolumne behaupten, die Polizei sei gewalttätig, wäre mir ein böser Brief des Polizeichefs von Wilhelmshaven gewiss. Und er hätte Recht. Vielleicht gibt es hier oder da mal einen übertrieben robusten Einsatz. Aber die ganze Organisation als gewalttätig bezeichnen, weil einer übers Ziel hinausschießt? In bestimmten Situationen darf und muss ein Polizist nun mal Gewalt anwenden, um Gefahr von sich und anderen abzuwenden.

Jüngst hat mich ein Beitrag irritiert, dessen Überschrift so lautete: „Polizeidirektor geht mit Medien hart ins Gericht“. Darin wird der Leiter der Polizeiinspektion Friesland/Wilhelmshaven, Heiko von Deetzen, in einem Passus über die Medien so zitiert: „Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen.“ Er habe „vor allem den sozialen Medien“ vorgeworfen, die „Sensationslust der Bürger“ befriedigen zu wollen. Als Beispiel wurde der „Impfskandal“ von Roffhausen genannt. Ohne die enorme mediale Aufmerksamkeit, so von Deetzen, hätte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen eine Krankenschwester, die Spritzen mit Kochsalzlösung statt Impfstoff füllte, wahrscheinlich eingestellt.

Nun war ich bei der Veranstaltung, aus der berichtet wurde, nicht dabei, kenne die Aussagen des Polizeichefs nur aus der Zeitung und weiß nichts über die Stimmung in der Runde. Manchmal sagt man flapsig was daher und geht nicht davon aus, dass es wörtlich zitiert wird. Manchmal wird man missverstanden oder verkürzt wiedergegeben, manchmal vereinfacht man selbst Dinge um der besseren Verständlichkeit willen. Ich halte mich deshalb mit Kritik zurück. Aber ein paar Hinweise seien erlaubt.

Zunächst wäre zu klären, was „die Medien“ eigentlich sind. Nach wissenschaftlicher Definition ist zwischen den „Massenmedien“ einerseits (Presse, Rundfunk, Internetportale) und „sozialen Medien“ (Facebook, Instagram, Whatsapp & Co.) zu unterscheiden. Massenmedien erstellen und transportieren Nachrichten und Meinungen (sind also Sender) und wenden sich an ein Publikum (die Empfänger). Soziale Medien sind dagegen technische Plattformen, die dem Informationsaustausch unzähliger Individuen dienen und auf denen alle Nutzer Sender und Empfänger zugleich sein können. Und wo jeder schreiben kann, was er will.

Es ist ein Unterschied, ob klassische Medien über einen Vorgang wie den mutwillig herbeigeführten Austausch von Impfstoff gegen Kochsalzlösung in einem Impfzentrum berichten und sich mit den Ursachen und Folgen auf der Basis sorgfältiger Recherche beschäftigen, oder ob sich auf Social-Media-Kanälen seriöse Nachrichten mit Halbwissen, Lüge, Polemik und Hass vermengen.

Natürlich dürfen auch Medien kritisiert werden. Ob man den Vorgang in Roffhausen zum „Impfskandal“ hochjazzen musste, wo es doch nur um die Fehlleistung einer einzelnen Person ging, darüber kann man streiten. Auch über die Frage, ob das Ausmaß der Berichterstattung dem Ereignis angemessen war. Aber die Medien in Mithaftung zu nehmen für alle Häme und Hetze, die im Netz über die Vorgänge verbreitet wurden, wäre so ungerecht, als würde man die Polizei verantwortlich machen für das Fehlverhalten eines Türstehers, nur weil der auch Uniform trägt.

Was pauschale Kritik an „den Medien“ gern unterschlägt, ist dies: Auch innerhalb der klassischen Medien gibt es „sone und solche“. Die einen, die sorgfältig recherchieren, einordnen, abwägen, alle Seiten anhören, rechtliche und ethische Aspekte im Hinterkopf haben, bevor sie etwas veröffentlichen. Die anderen, die um billiger Effekte und größtmöglicher Aufmerksamkeit willen verkürzen, zuspitzen, polarisieren oder gar lügen. Und es gibt eine Menge dazwischen. Alle in einen Topf zu werfen, ist ungerecht. Bei Journalisten wie bei Polizisten.

Einvernehmliche begangene Irreführung

Von guten und schlechten Interviews

Mögen Sie Interviews? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Ich jedenfalls liebe gut geführte Gespräche, ob im Fernsehen, im Radio, im Netz, in Zeitungen oder Zeitschriften. Weil sie mich inspirieren, amüsieren, aufregen, ärgern, zum Nachdenken bringen, was auch immer, alles ist prima. Aber ich hasse schlecht geführte Interviews, weil sie mich langweilen, meine Zeit stehlen, meinen Verstand beleidigen, meinen Anspruch an journalistische Qualität missachten.

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Man könnte meinen, ein Interview zu führen sei einfach. Ein paar schlaue Fragen vorbereitet, auf die der Gesprächspartner mehr oder weniger kluge Antworten gibt, und fertig. Aber nein, ein gutes Interview und erst recht seine Niederschrift ist höchste Kunst. Dabei rede ich noch nicht einmal von Marietta Slomka & Co., die es verstehen, Polit-Profis mit ihren Fragen und ihrem Nachfassen derart zu „grillen“, dass diese entweder mit der Wahrheit herausrücken oder sich als das herausstellen, was sie oft tatsächlich sind, Weltmeister im Verschleiern ihrer wahren Absichten.

Ich rede von niedergeschriebenen Interviews, wie sie auch diese Zeitung regelmäßig veröffentlicht. Und die ganz anders zustande kommen, als viele denken. Zwei böse Zungen, die bekannten Journalisten Wolf Schneider und Paul-Josef Raue, haben in ihrem „Handbuch des Journalismus“ schon vor Jahren behauptet, Interviews seien „eine einvernehmlich betriebene Irreführung des Lesers“.

Das wäre tatsächlich so, wenn Leserinnen und Leser glaubten, ein Frage-Antwort-Spiel sei genau in dem Wortlaut geführt worden, in dem es schwarz auf weiß in der Zeitung steht. Das ist natürlich nicht der Fall. Denn wer spricht schon druckreif, ohne „ääh“, „öhm“, ohne „ja“ und „nicht wahr“ und ohne, dass er mal vergisst, einen angefangenen Satz zu Ende zu bringen. Es ist nicht nur das Recht des Redakteurs, solche Marotten auszubügeln und die Aussagen seines Interviewpartners lesbar und verständlich zu machen, es ist journalistisches Handwerk.

Aber es geht nicht nur darum. Im niedergeschriebenen Interview ist fast alles erlaubt: Fragen dürfen nachträglich verändert und zugespitzt, Antworten gekürzt oder besser auf den Punkt gebracht werden. Der Redakteur kann die Reihenfolge der Fragen und Antworten verändern, ganze Themenkomplexe weglassen, weil die Fragen nicht ergiebig beantwortet wurden, oder auch mal einen Satz zu einer Antwort des Gesprächspartners hinzufügen, damit es für die Leser besser verständlich wird. Alles erlaubt, sofern der Interviewte die Niederschrift vor dem Druck noch einmal zu sehen bekommt und sein Okay gibt. „Autorisierung“ nennt sich das im Fachjargon und ist in Deutschland ein übliches Verfahren vor der Veröffentlichung. Wobei nicht jeder Interviewpartner darauf besteht. „Sie werden das schon richtig machen“, bekommt der Journalist oft zu hören, vor allem, wenn es sich nicht um das erste Interview handelt, das er mit jemandem führt.

Ein handwerklich gut aufbereitetes Interview liest sich, auch wenn es am Ende nur wenig mit dem tatsächlich geführten Gespräch zu tun hat, trotzdem so, als hätten zwei Menschen sich genau mit diesen Worten unterhalten. Als hätte der Interviewpartner hier und da mit seiner Antwort gezögert, noch eine Sekunde nachgedacht, als hätte er sich über eine Frage gewundert oder geschmunzelt.

Tot wirken dagegen Interviews, in denen die Protagonisten so formulieren, als hätten sie gar nicht geplaudert, sondern sich gegenseitig in gestelztem Deutsch Vorträge gehalten. Manchmal liest man Interviews, bei denen schon nach der ersten Frage und Antwort deutlich wird: Die haben gar nicht

miteinander geredet. Da hat der Redakteur nur ein paar schriftlich formulierte Fragen rübergemailt und der Interviewte (beziehungsweise seine Pressestelle) hat schriftlich geantwortet. Oder die PR-Abteilung hat ohne Auftragt gleich das ganze angebliche „Interview“ küchenfertig geliefert. Das ist schlimm, solche Beiträge können einem die Freude an dieser wunderbaren Stilform verleiden.

Auf das nächste gut geführte Interview in dieser Zeitung hingegen freue ich mich jetzt schon jetzt.

Die bedauernswerten Autofahrer

Über die Tücken der Unfallberichterstattung

Zu den Fingerübungen von Praktikanten und Volontären am Beginn ihrer Journalistenkarriere gehört das Schreiben von Polizeimeldungen. Da kann man nicht viel verkehrt machen, denken sich die Ausbilder. Alle Informationen, die man braucht, stehen schon in den Presseberichten der Polizei. Das Ganze etwas flotter und eleganter formuliert – fertig ist das Anfängerstück. Wenn es nur so einfach wäre …

An Unfallstellen ist es meist zunächst unübersichtlich. Wer Schuld hatte, lässt sich oft erst durch gründliche Ermittlungen klären. Umso mehr sollte in der Berichterstattung darauf geachtet werden, dass nicht vorschnell geurteilt wird – und dass der Journalist nicht die „Beifahrerperspektive“ einnimmt. Foto: Helmut Burlager

Die Berichterstattung über Unfälle ist in den letzten Jahren in die Kritik geraten, und das hat mit der Verkehrswende zu tun. Eine Gesellschaft, die jahrzehntelang auf den Ausbau der Automobilität gesetzt hat, beginnt langsam, sich aus unterschiedlichsten Gründen (Klima, Umwelt, Gesundheit, Unfallziffern, Staus) vom Vorrang für Autos zu lösen. Diesen Richtungswechsel haben nicht alle verinnerlicht, die auf Polizeiwachen die Lageberichte und in Redaktionen die Blaulichtmeldungen formulieren.

Nach wie vor wird in den Medien vieles aus der Sicht der Autofahrer und mit Verständnis für deren Sorgen beschrieben. Da überfährt nicht der Fahrer ein vierjähriges Kind, sondern das Kind ist „in das Auto gelaufen“. Da „erfasst“ ein Wagen eine Fußgängerin, weil der Autofahrer „von der tiefstehenden Sonne geblendet“ wurde und nicht, weil der Mann bei schlechter Sicht zu forsch unterwegs war. Eine Radfahrerin „stürzt in den Reifen eines Lkw“, wo doch in Wirklichkeit der Lastwagenfahrer die Frau an einer Einmündung umgenietet hat. Unfälle passieren in diesen Polizeimeldungen, weil ein Chauffeur „die Situation zu spät erkannt“ oder weil er einen Fußgänger oder Radler „übersehen“ hat und nicht, weil er zu schnell oder zu unvorsichtig fuhr. Alles Beispiele aus beliebigen deutschen Medien.

Kritiker nennen das die „Beifahrerperspektive“. Das mag daran liegen, dass die meisten Polizisten und Journalisten selbst Autofahrer sind, es kann aber auch damit zu tun haben, dass nach einer Kollision oft nur der Autofahrer vernehmungsfähig ist, weil der schwächere „Unfallgegner“ (auch so eine fragwürdige Formulierung) im Krankenhaus liegt und seine Version vorerst ungehört bleibt.

Das heikle Thema ist sogar wissenschaftlich untersucht worden, und in der journalistischen Aus- und Fortbildung wird die Branche dafür sensibilisiert, dass die Art der Berichterstattung auch die Art des Denkens beim Publikum prägen kann. Wenn Unfallopfer, obwohl der genaue Hergang meist noch nicht bekannt ist, in den Berichten oft als aktiv dargestellt werden („lief vor den Wagen“) und Verursacher als eher passiv („konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen“), dann löst das beim Lesenden andere Bilder aus, als würde es andersherum geschildert. Zum Beispiel in der Überschrift einer westfälischen Zeitung: „Radfahrerin kracht ohne Helm gegen Auto“. Was sich erst einmal nach „selbst schuld“ anhört, eventuelle Verletzungen eingeschlossen. In Wirklichkeit hatte eine Autofahrerin der Radlerin die Vorfahrt genommen.

Ein Leser hat uns jüngst auf ein anderes Phänomen aufmerksam gemacht. Er wies darauf hin, dass es in Polizeimeldungen häufig so klinge, als seien Kraftfahrzeuge führerlos unterwegs gewesen. Mit Formulierungen wie „Transporter tötet Radfahrer“ oder „Zwölfjährige von Auto angefahren“ werde unterschlagen, dass es ein Mensch war, der am Steuer des Kraftfahrzeugs saß und den Zusammenstoß möglicherweise verursacht hat. Die Person im Auto bleibe oft unsichtbar, hat vor einiger Zeit der Allgemeine Deutsche Fahrradclub beklagt und für eine sorgfältigere Unfallberichterstattung plädiert.

Darum bemüht sich auch diese Zeitung. Über das wichtige Thema, so teilte die Redaktionsleitung dem Briefschreiber mit, werde oft diskutiert. Die gute Nachricht lautet also: Das Problem ist erkannt.

Nicht jeder Preis gereicht zur Ehre

Welche Auszeichnungen Journalisten (nicht) annehmen sollten

Journalisten (das sage ich im vollen Bewusstsein, im Glashaus zu sitzen) neigen manchmal dazu, sich ein bisschen zu wichtig zu nehmen. Nicht wenige empfinden, was sie tun, als staats- und gesellschaftstragend. Sie zeigen „Haltung“, ergreifen Partei, engagieren sich in Angelegenheiten, über die sie eigentlich nur berichten sollten. Oder sie geben sich als unerbittliche Aufklärer, Mahner, Kritiker, bisweilen auch Erzieher.

Der kluge, manchmal missverstandene Rat des einstigen Nachrichtenmoderators Hans-Joachim Friedrichs, Journalisten sollten sich mit keiner Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten, gilt in der Branche jedenfalls nicht mehr viel. Dabei hatte Friedrichs gar nichts gegen Engagement und Parteinahme, er wollte seinen Kollegen wohl nur den Hinweis geben, zu allem, worüber sie berichten und was sie kommentieren, die nötige gefühlsmäßige Distanz zu wahren und sich nicht vereinnahmen zu lassen. Keine so schlechte Idee.

Beim Wühlen im Bildarchiv stieß ich auf ein Foto aus den Neunzigerjahren. Es zeigt drei altgediente Lokaljournalisten der in Jever konkurrierenden Zeitungen, wie sie vom damaligen Bürgermeister Siegfried Harms mit der Schlossermedaille geehrt wurden. Sie hätten sich durch ihre Berichterstattung um die Stadt, um die Kommunalpolitik, um Vereine, Kultur und Gesellschaft verdient gemacht, hieß es. Hatten sie? Ja gewiss, denn die Arbeit der Presse ist ja generell nützlich, und die drei hatten auch persönlich viel dafür getan, dass die Bürger stets gut informiert sind, dass Zusammenhalt und Gemeinsinn in der Kleinstadt funktionieren.

Aber sollte man als Journalist so eine Ehrung annehmen? Es stellt sich zum Beispiel die Frage, ob die drei Reporter die Medaille auch bekommen hätten, wenn sie den Mächtigen im Rathaus öfter mal auf die Füße getreten wären. Wenn sie nicht mit, sondern gegen den Strom geschwommen wären. Ich hege da meine Zweifel. Fritz Levy, nach dem vor wenigen Wochen in Jever ein Platz benannt worden ist, hätte man vor 30 Jahren auch noch kein Denkmal gesetzt. Er war nicht angepasst genug.

Manchmal ändern sich Sichtweisen mit der Distanz. Wer einen anderen ehrt, der denkt sich jedenfalls was dabei. So wie der ukrainische Präsident Selenskyj, der jüngst drei Journalisten des Springer-Verlages mit dem Verdienstorden seines Landes bedachte. Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt, der stellvertretende Bild-Chefredakteur Paul Ronzheimer und der Bild-Politikredakteur Julian Röpcke bekamen die hohe Auszeichnung unter anderem, weil sie sich publizistisch für Waffenlieferungen an die Ukraine eingesetzt haben.

Für mich hat das einen merkwürdigen Beigeschmack. Nicht, dass ich die Waffenlieferungen nicht auch unterstützen würde. Aber sich als Zeitungshaus quasi zur Kriegspartei zu machen und dafür Tapferkeitsmedaillen einzuheimsen, entspricht nicht meinem Ideal von unvoreingenommener Berichterstattung. Mögen die Schurken- und die Opferrolle in dem Konflikt noch so eindeutig erkennbar sein, der Journalist, ein ausländischer zumal, sollte eine gewisse Distanz zum Gegenstand seiner Berichterstattung wahren. Schon um der Glaubwürdigkeit willen.

Statt des ukrainischen Verdienstordens hätte der Ostfriese Paul Ronzheimer für seine mutigen Videoreportagen aus dem Kriegsgebiet vielleicht besser den Deutschen Fernsehpreis bekommen, das wäre seines Berufes würdig gewesen. Den haben sie ihm allerdings nicht gegeben.

Leseranwälte gesucht

Wie sich die Idee der Ombudsleute weiterverbreitet

Die Nürnberger Nachrichten suchen einen Leseranwalt. Warum ich Ihnen das mitteile? Weil die Stellenanzeige, die der Verlag Nürnberger Presse jüngst veröffentlicht hat, einen aktuellen Trend widerspiegelt. In einer Zeit, in der Leserinnen und Leser „ihrer“ Zeitung zunehmend kritische Fragen stellen und sich mit plötzlichen Veränderungen nicht einfach abfinden wollen, braucht es Anlaufstellen für Unzufriedene. Und so stößt ein Modell, das vor etwa 50 Jahren in den USA ersonnen und in Deutschland bisher von schätzungsweise 20 Verlagen eingeführt wurde, zunehmend auf Interesse. Das Modell des Ombudsmanns.

Die Nürnberger sind nicht die einzigen, die in dieser Zeit eine solche Stelle schaffen. Im Brune-Mettcker-Verlag gibt es einen Schiedsmann oder Leseranwalt oder wie man den Begriff Ombudsmann sonst noch übersetzen mag, seit einem Dreivierteljahr. Aus der Leserschaft der Wilhelmshavener Zeitung und des Jeverschen Wochenblatts sind seither rund 130 Anfragen und Hinweise eingegangen, alle wurden gewissenhaft bearbeitet. Nicht in allen Fällen, aber oft konnten Fragen beantwortet, Entscheidungen von Verlag und Redaktion erklärt, berechtigte Kritik an die richtigen Adressaten weitergeleitet, Missverständnisse ausgeräumt, Frust abgebaut, Einsichten geweckt und Veränderungen bei Vorgehensweisen und Abläufen erreicht werden. 

Vor einigen Wochen hat die Universität Leipzig die Ergebnisse einer Befragung in fünf deutschen Zeitungsredaktionen veröffentlicht. Daran haben auch Redakteure unseres Hauses teilgenommen. In dem Forschungsprojekt ging es darum, herauszufinden, ob und wie die Arbeit von Ombudsleuten in die eigenen Häuser hineinwirkt. Es wäre übertrieben zu sagen, dass die Einsetzung eines Leseranwalts von allen Mitgliedern einer Redaktion begeistert aufgenommen würde, aber immerhin haben 57 Prozent aller Befragten angegeben, sie hätten ihr Verhalten oder ihre Arbeit schon einmal aufgrund eines Artikels oder einer Reaktion der Ombudsperson überdacht oder geändert. Und 85 Prozent der Teilnehmer meinten, jede Redaktion sollte eine Ombudsperson haben.

Mein persönlicher Eindruck ist: Für manche Leser ist die Hemmschwelle, sich mit einer Frage oder einem kritischen Hinweis an die Zeitung zu wenden, gegenüber dem Ombudsmann geringer als gegenüber einem Mitglied der Redaktion. Sei es, weil man „von denen“ ja in Zukunft vielleicht noch etwas will oder weil man glaubt, sowieso keine Einsicht oder keine Änderung zu erreichen. Sei es, weil man die Ombudsperson als außenstehend und eher neutral empfindet – was sie ja auch sein sollte. In unserem Fall spricht die Zahl der Anfragen, auch wenn sie seit den ersten stürmischen Monaten nach den vielen Veränderungen im Verlag nachgelassen hat, deutlich dafür, dass ein Anwalt für die Leserschaft durchaus gebraucht wird.

Diese Erkenntnis wächst auch in anderen Häusern. Jüngst hat, nachdem ich dort einen Vortrag über meine Arbeit gehalten habe, auch der Verband Deutscher Lokalzeitungen in einem Rundschreiben an die Verlage für diese Idee geworben. Kann sein, dass die Nürnberger Presse nicht der letzte Verlag ist, der per Stellenanzeige einen Leseranwalt sucht.

Darf der das?

Von möglichen Konflikten zwischen Berichterstattung und Standesrecht

Ein Arzt posiert auf einem Zeitungsfoto stolz neben dem OP-Roboter, mit dem er minimalinvasive Operationen durchführen wird. Ein Rechtsanwalt erläutert im Interview, warum er das Urteil in einem aufsehenerregenden Prozess für eine Fehlentscheidung hält. Ein Bauingenieur, der Pläne für ein Bauvorhaben vorstellt, lässt sich in einer Pressekonferenz unwidersprochen als Architekt bezeichnen, obwohl er nicht ins Architektenverzeichnis eingetragen ist. Wer als Journalist mit Freiberuflern zu tun hat, muss sich mit dem Standesrecht bestimmter Berufsgruppen auskennen.

Dr. Yasser Abdalla präsentiert an den Frieslandklinken Sanderbusch ein neues OP-Verfahren. Nach ärztlichem Standesrecht kein Problem (mehr). Archivbild: Helmut Burlager

Früher waren die Regeln sehr streng, Ärzte und Rechtsanwälte zum Beispiel durften nur unter eng gefassten Bedingungen so etwas wie Public Relations für sich betreiben. Manch älterem Redakteur und sicher auch manchem Leser ist das noch im Hinterkopf, wenn er einen Beitrag liest und sich fragt: „Darf der das?“

Eine Zeitungsserie über das Tierrecht schreiben zum Beispiel, wenn man eine darauf spezialisierte Anwältin ist. Oder eine regelmäßige Kolumne über Gesundheitsfragen verfassen, wie es gleich mehrere Ärzte aus Friesland für Zeitungen in der Region tun. Interessanter Lesestoff ist es allemal, so wie auch die Artikel über einen Anwalt, der Angeklagte in einem spektakulären Prozess über Vorgänge am Klinikum Wilhelmshaven vertritt. Und immer wieder wird in der Redaktion oder beim Ombudsmann nachgefragt: Steht nicht das Standesrecht dagegen?

Eine eindeutige Antwort gibt es darauf nicht. Die Angehörigen bestimmter freier Berufe sind in Ärzte-, Zahnärzte-, Rechtsanwalts-, Notar-, Architekten- oder sonstigen Kammern organisiert. Diese regeln, was ihre Mitglieder tun dürfen und was nicht. Aber: Die Werberegeln und viele andere Vorschriften in den meisten Kammerberufen sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gelockert worden.

Nicht wenige Mediziner und Juristen haben den Wert der regelmäßigen Öffentlichkeitsarbeit für sich entdeckt – ob direkt mit Werbeanzeigen und auf Internetseiten oder indirekt durch Kolumnen und andere Beiträge, Interviews oder Leserbriefe. Was diejenigen ihrer Kolleginnen und Kollegen, die keine Zeit, keine Lust oder nicht die Mittel haben, auf dieser Klaviatur zu spielen, gelegentlich ärgert. „Der schon wieder“ oder „die schon wieder“ und: „Was hat der, was ich nicht habe?“

Nun haben nicht nur die Kammerberufe ihr Standesrecht (das nun allerdings keine engen Grenzen mehr zieht), sondern auch die Presse. Der Pressekodex ist in dieser Hinsicht ganz eindeutig. Weder darf Berichterstattung durch private und geschäftliche Interessen Dritter beeinflusst werden, noch darf sie in Schleichwerbung ausarten. Bei medizinischen Themen fordern die Leitlinien des Deutschen Presserats noch einmal besondere Zurückhaltung.

Gegen die Kolumne eines Arztes, der den Lesern regelmäßig Tipps für ein gesünderes Leben gibt oder über Volkskrankheiten aufklärt, ist allerdings rechtlich und moralisch nichts einzuwenden, genauso wenig gegen die Darstellung interessanter juristischer Themen durch Rechtsanwälte. Wenn es nicht in Werbung für den Verfasser ausartet, indem er sich, seine Praxis oder Kanzlei oder ganz bestimmte Dienstleistungen und Behandlungsmethoden anbietet oder favorisiert. Das wäre sowohl nach Standesrecht als auch nach dem Pressekodex unzulässig.

Eine kluge Redaktion wird darauf achten, dass sie nicht einzelne Vertreter eines Berufsstandes derart oft und plakativ zu Wort kommen lässt, dass Mitbewerber sich zu Recht benachteiligt fühlen. Der Maßstab, der vor einer Veröffentlichung angelegt werden sollte, lautet: Ist es für die Leser von Nutzen?

„Seine legendären Leserbriefe werden wir vermissen“

Redaktionen gehen unterschiedlich mit Leserbriefen um. Manche drucken nur eine kleine Auswahl der Leserreaktionen ab, manche kürzen sie auf drei oder vier markante Sätze zusammen. In einen Haus gibt es eine eigene Redaktion nur für Leserzuschriften, im anderen geht alles über den Tisch des Chefredakteurs, im dritten bleibt es dem Zufall überlassen, von wem ein Leserbrief bearbeitet wird und ob er erscheint.

Mich erreichten Zuschriften von Lesern, die sich beklagten, dass Ihre Briefe nicht zeitnah veröffentlicht worden sind. Das kommt in der Tat vor und kann verschiedene Gründe haben. Der naheliegende heißt: fehlender Platz. In einem normalen Monat treffen in den Postfächern unserer Zeitungen bis zu 50 Leserbriefe und Dutzende Leserfotos ein. Sie alle und in voller Länge zu bringen, dazu müsste die Redaktion acht bis zehn Seiten mehr drucken können. Das kann sie erstens nicht, und wer würde das zweitens alles lesen wollen?

Die Redaktion bemüht sich,  wöchentlich mindestens eine Seite mit Zuschriften zu drucken – und  Briefe zu aktuellen Diskussionen auch zwischendurch. Leider gelingt das nicht immer. Ohnehin werden nicht alle Leserbriefe gedruckt. Mal sind sie viel zu lang, mal wird das Anliegen des Einsenders nicht richtig deutlich, mal fehlen die Kontaktdaten des Einreichenden, mal enthält ein Brief beleidigende oder verunglimpfende Aussagen, mal besteht der Schreiber auf Anonymität oder untersagt Kürzungen und Bearbeitungen, manchmal ist der Inhalt eines Leserbriefs zum Zeitpunkt seines Eintreffens schon von den Ereignissen überholt worden. In allen Fällen sollten die Einsender aber eine Antwort erhalten.

„Offene Briefe“, die zugleich an andere Stellen gerichtet sind, druckt die Zeitung ebenso wenig wie Schilderungen von persönlichen Streitereien oder Nachbarschaftskonflikten. Auch sollen Politiker und Funktionäre, von denen ohnehin schon ständig zu lesen ist, sich nicht auch noch durch Leserbriefe profilieren können, vor allem nicht in Wahlkampfzeiten.

Zeitlicher Verzug kann noch andere Gründe haben. Briefe von Einsendern, die der Redaktion nicht bekannt sind, müssen geprüft werden: Gibt es den Absender, hat er die richtige Adresse und Telefonnummer hinterlassen? In vielen Fällen wird nachgefragt, und nicht immer erreicht man den Verfasser sofort. Kommt keine Reaktion, kann der Brief nicht veröffentlicht werden. Das gilt auch für Fälle, in denen die Redaktion den Autor vergeblich bittet, einen zu langen Leserbrief zu kürzen.

Und schließlich gibt es da noch die Vielschreiber. Den Aktivisten, der mindestens einmal pro Woche einen Leserbrief gegen die regenerativen Energien abschickt. Den kritischen Bürger, der der Stadt- und Kreisverwaltung ständig genau auf die Finger schaut und alles kommentieren möchte. Den Hobby-Schreiber, an dem eigentlich ein Journalist verlorengegangen ist und der seine Leidenschaft im Leserforum ausleben möchte. Bei ihnen muss die Redaktion abwägen, wie oft sie sie zu Wort kommen, bevor es andere Zeitungsleser nervt. Es gibt Leserbriefschreiber, mit denen regelrecht Abkommen getroffen wurden, wie oft sie was schicken „dürfen“.

Denn Leserbriefe sind ja nicht nur ein wunderbares Feedback für die Arbeit der Redaktion und nicht nur ein Forum für demokratische Debatten. Sie dienen hier und da auch dem Ego der Schreiber. Und das ist nicht einmal negativ gemeint. Mich hat jüngst eine Todesanzeige in unserem Blatt sehr berührt, in der die Freunde des Dahingeschiedenen ihn mit ungewöhnlichen Worten würdigten. Sie schrieben: „Auch seine legendären Leserbriefe werden wir vermissen.“

Gehört der Italiener in die Überschrift?

Herkunftsnennung bei Verdächtigen und Straftätern – eine Leserin hat sich beschwert

Ob Journalisten, wenn sie über Straftaten berichten, die Nationalität von Verdächtigen erwähnen dürfen – das ist eine ewige Streitfrage. Eine Leserin hat sich mit diesem Thema an den Ombudsmann gewandt. Grund war die Schlagzeile auf der Titelseite am 23. Februar: „Italiener rammt Kollegen ein Messer ins Herz“. Frau H. schreibt: „Da zeigt sich zu meinem Entsetzen (…) eine latent vorhandene Fremdenfeindlichkeit. Ich glaube nicht, dass da jemals stehen würde: Deutscher …“ Der Beitrag war gleichlautend in der Wilhelmshavener Zeitung, im Jeverschen Wochenblatt, auf Lokal26 und im Newsletter der Zeitungsgruppe veröffentlicht worden, immer mit derselben Überschrift. War das richtig?

Es gibt zu der Frage der Herkunftsnennung – zu der neben der Nationalität auch die Erwähnung der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder körperlicher Merkmale („südländischer Typ“) gehören kann – keine festen Regeln. In der Vergangenheit hielt sich die Mehrzahl der Medien an den Pressekodex des Deutschen Presserates. Ziffer 12 behandelt das Thema Diskriminierung: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.“ In einer ergänzenden Richtlinie wird ausgeführt, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit eines Verdächtigen oder Täters zu einer solchen Minderheit nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung eines individuellen Fehlverhaltens führen darf. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, Ausnahmen soll es nur im begründeten öffentlichen Interesse geben.

Bis zur Flüchtlingsbewegung im Jahr 2015 war dies weitgehend Konsens in den Medien. Seither und besonders nach den Vorfällen in der Silvesternacht 2017 am Kölner Dom, wo es zu Übergriffen aus einer Gruppe von Nordafrikanern heraus gekommen war, wurde die Richtlinie heftig diskutiert und von etlichen Medien nicht mehr beachtet. Nationalität und Ethnie von Tatverdächtigen werden nach wissenschaftlichen Erhebungen heute deutlich häufiger genannt. Das kann auch sinnvoll sein, denn spezielle Erscheinungen von Kriminalität können in bestimmten Milieus besonders ausgeprägt sein, denken wir an das Phänomen der „Ehrenmorde“, an Clankriminalität oder an die Drogenszene.

Wie liegt der Fall nun bei dem angeklagten Italiener? Die Umstände der vor dem Landgericht Oldenburg verhandelten Tat – ein 39-jähriger Gastronomie-Mitarbeiter soll im September 2021 auf Wangerooge einem Arbeitskollegen ein Messer in die Brust gerammt haben – sprechen nicht grundsätzlich gegen eine Nennung der Nationalität. Denn die Tat geschah in einer Gemeinschaftsunterkunft für italienische Arbeitskräfte, es war dort zu Streitigkeiten gekommen, es ging um Frauen, Alkohol war im Spiel, das Opfer, das vor Gericht aussagen soll, lebt wieder in Italien und muss extra anreisen. Nach den Kriterien des Presserats wäre die Nennung wohl nicht zu rügen.

Aber wäre der Bericht weniger verständlich, wenn man die Nationalität nicht genannt hätte? Wohl kaum. Hätte es in einer Unterkunft von Männern anderer Herkunft unter den anzunehmenden Umständen (Einsamkeit, Enge, Stress, Alkohol, psychischer Druck) zu ebensolchen Vorfällen kommen können? Bestimmt. Ist die Erwähnung des „Italieners“ geeignet, Vorurteile zu verstärken? Das wohl nicht, denn Italiener zu sein, ist bei uns eher positiv konnotiert, und das nicht erst seit der Spaghetti-Werbung aus den Neunzigerjahren („Weck den Italiener in Dir!“).

Grundsätzlich, das besagt der Pressekodex, muss in jedem Einzelfall abgewogen werden, ob die Herkunft veröffentlicht wird. Das hat die Redaktion getan (siehe unten) und sich dafür entschieden. Aber war das richtig?

Jein, lautet meine Bewertung. Wenig spricht gegen die Nennung der Nationalität im Text, schon wegen der besonderen Umstände auf der Insel und des Prozesses. Die Formulierung in der Schlagzeile hätte nicht sein müssen. Da macht nämlich auch der Presserat in seinen Leitsätzen einen Unterschied: Das Risiko einer diskriminierenden Verallgemeinerung  bestehe unter anderem, wenn die Gruppenangehörigkeit „unangemessen herausgestellt“ werde, „etwa durch Erwähnung in der Überschrift oder Wiederholungen.“

Der Verlockung einer plakativen Überschrift hätte die Redaktion aus meiner Sicht besser widerstanden.

Helmut Burlager, Ombudsmann


Und das sagt die Redaktion zu dem Thema

In der Redaktion ist intensiv darüber diskutiert worden, ob die Nationalität in der Überschrift genannt wird oder nicht, denn natürlich waren sich gerade die erfahrenen Kollegen ihrer Verantwortung bewusst. Die Entscheidung fiel nach einer sorgfältigen Abwägung.

Laut Richtlinie 12.1 des Pressekodex ist zwar darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit von Tätern nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Aber: Bei einem begründeten öffentlichen Interesse darf die Nationalität genannt werden. Für die Nennung kann zudem auch sprechen, wenn eine besonders schwere oder außergewöhnliche Straftat vorliegt. In diesem Fall waren also zwei Kriterien ausschlaggebend: erstens die Schwere der Tat und zweitens ein begründetes öffentliches Interesse.

Letzteres lässt sich ganz neutral schon daher ableiten, dass die Tat auf einer Insel mit gut 1000 Einwohnern geschehen ist. Jeder kennt jeden, bei einem versuchten Totschlag auf einer solch kleinen Insel besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Die Nationalität des mutmaßlichen Täters ist direkt im Kontext mit der Tat zu sehen, führt also nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens:
– die Tat passierte in einer Gemeinschaftsunterkunft für ausschließlich italienische Restaurant-Mitarbeiter
– auch das Opfer ist Italiener
– alle Beteiligten und Zeugen sind Italiener
– das Opfer befindet sich derzeit in Italien.
Italien spielt bei der Berichterstattung über diesen versuchten Totschlag eine zentrale Rolle, zwischen Tat und Nationalität gibt es einen Zusammenhang, da der gesamte Streit, der Tatort und die Personen als Einheit zu sehen sind. Und genau dieser Hintergrund ist wichtig für den Leser, um die Tat und die Tatumstände einordnen zu können.
Es war eben kein Wangerooger, kein x-beliebiger Restaurantmitarbeiter, keine Saisonkraft vom Festland – und das darf der Leser auch bereits in der Überschrift erfahren. Der Redaktion geht es nicht um Klickzahlen oder das unangemessene Herausstellen, sondern bei aller Vorsicht und Sorgfalt in erster Linie um unabhängige und authentische Berichterstattung.  

Cornelia Lüers
Gesamtredaktionsleitung