Liebe, durchs Fenster betrachtet

Im mondänen „Romanischen Café“ des Berliner Grandhotels Waldorf Astoria sitzt eine Schriftstellerin und lässt sich einen Cappuccino servieren. Sie kommt regelmäßig hierher, um die Arbeit am Schreibtisch zu Hause zu unterbrechen und sie an einem der Tische des Cafés fortzusetzen.

Ihren Platz wählt sie jeden Tag neu aus, je nachdem, wie ihr gerade zumute ist: Mal liest sie, mal schreibt sie, mal beobachtet sie nur die Gäste, die in dem feinen Lokal ein und aus gehen.

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Wiebke Eden. Foto: Detlef Eden

Die Schriftstellerin heißt Wiebke Eden, aber das erfährt der Leser der Erzählung „Das Liebespaar“ nicht. Die aus dem Jeverland stammende Autorin und Journalistin hat sich kurzerhand selbst in die Geschichte eingebaut, die nun im Bübül Verlag (Berlin) als kleines Büchlein von gerade einmal 21 Seiten erschienen ist.

Und tatsächlich hat Wiebke Eden vor zwei Jahren – das Waldorf Astoria war gerade erst eröffnet worden – einige Wochen lang fast täglich in dem Café gesessen, hat Menschen beobachtet, Kaffee getrunken und die Erzählung aufgeschrieben. Der Anlass war ein Literaturwettbewerb, den das Café ausgeschrieben hatte, und die Geschichte, die die Autorin schließlich einreichte, hat den dritten Preis bekommen. Jetzt hat die Berliner Schriftstellerin Tanja Langer die Erzählung in einer Künstleredition herausgebracht, illustriert mit Arbeiten der Malerin Dietlind Horstmann-Köpper. Zu beziehen ist das Büchlein für 10 Euro per E-Mail bei der Autorin.

„Beobachtungen im Romanischen Café“ lautet der Untertitel der Erzählung „Das Liebespaar“, und hier spielt Wiebke Eden, die von Kindesbeinen an geschrieben hat und beim Jeverschen Wochenblatt zur Redakteurin ausgebildet wurde, bevor sie als Journalistin und freie Schriftstellerin nach Berlin ging, ihre Stärken aus: das Beobachten und das Zuhören.

Aus der Perspektive einer Kellnerin, die in dem Café arbeitet, und eines Malers, der vom Gerüst am gegenüberliegenden Kino Zoopalast aus das Treiben in dem vornehmen Haus beobachtet und dem Anblick eines attraktiven weiblichen Hotelgastes verfällt, erzählt Wiebke Eden ihre Geschichte. Die schöne Frau und der attraktive Mann, den zu treffen offenbar der einzige Grund ihres Aufenthalts ist, beflügeln die Fantasie des Anstreichers und der Kellnerin, aber auch die des Lesers der Erzählung, der sich nur in Gedanken ausmalen kann, was zwischen den beiden geschieht.

Die erotisch angehauchten Bilder von Dietlind Horstmann-Köpper tun ein Übriges dazu. Raffiniert erzählt, ist diese kleine Geschichte absolut lesenswert.

info@wiebke-eden.de

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Katharina Guleikoff bei Radio Nordseewelle

Katharina Guleikoff (34), bis Ende 2015 Redaktionsleiterin von Radio Jade in Wilhelmshaven und Jever, hat ihren neuen Job bei Radio Nordseewelle angetreten.

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Katharina Guleikoff in ihrer letzten Sendung aus dem Studio Jever von Radio Jade. Seit Jahresanfang ist sie Chefredakteurin von Radio Nordseewelle in Norden, Ostfriesland. Foto: Helmut Burlager

Die Diplom-Medienwirtin ist neue Chefredakteurin des vor wenigen Monaten gestarteten privaten Rundfunksenders in Norden. Für den Bürgerfunksender Radio Jade, der als gemeinnützige GmbH firmiert und unter anderem mit dem Jeverschen Wochenblatt kooperiert, ist der Weggang von Katharina Guleikoff ein herber Verlust. Nachdem sie vor Monaten das interessante Angebot erhielt, beim Aufbau eines nagelneuen Senders an verantwortlicher Position mitzuarbeiten, sei es ihr Ziel gewesen, für einen nahtlosen Übergang bei Radio Jade zu sorgen und offene Baustellen abzuarbeiten. Das ist gelungen. Ein Nachfolger in Wilhelmshaven ist berufen. Thorsten Krappa (42) aus Oberhausen, ein im Ruhrgebiet bekannter Sportredakteur und Moderator, tritt am 1. März die Stelle als Chefredakteur an. Kommissarischer Geschäftsführer von Radio Jade wird Vorstandsmitglied Michael Konken

Neben dem Gründungs-Chefredakteur Michael Diers war es Katharina Guleikoff, die den Bürgerfunksender Radio Jade zu dem gemacht hat, was er heute ist. Sie war fast von Anfang an dabei. Aus Petershagen bei Berlin stammend, war sie 2002 nach Wilhelmshaven gekommen, um Medienwirtschaft und Journalismus an der Jade Hochschule zu studieren. Ihre Karriere startete sie in einer Studentensendung, wurde 2006 Co-Moderatorin und dann 2007 als fertige Diplom-Medienwirtin direkt auf eine Redakteursstelle berufen. 2011, nach dem Weggang von Michael Diers, übernahm sie die Redaktionsleitung und später den Geschäftsführerposten.

Den Wechsel zum Privatradio sieht sie als spannende Herausforderung an, die Gründer des neuen Senders trauen ihr viel zu, sie soll ihn journalistisch entwickeln. Dabei stehen ihr drei andere Ehemalige von Radio Jade, André Albers, Norman Fleischer und der Techniker Simon Zielezinski, zur Seite.

Robert Allmers Geschäftsführer bei Brune-Mettcker

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Robert Allmers, Geschäftsführer von Brune-Mettcker. Foto: H. Burlager

Zeitungsverleger in sechster Generation: Mit Wirkung zum 1. Januar 2016 ist Robert Allmers zum Geschäftsführer der Brune-Mettcker Druck- und Verlags GmbH berufen worden. Er tritt damit die Nachfolge seiner Mutter Elisabeth Allmers, die seit mehr als 30 Jahren an der Spitze des Verlagshauses stand, sowie seines vor eineinhalb Jahren verstorbenen Vaters Hajo Allmers an.

Robert Allmers (44) führt die Geschäfte des 1999 aus der Fusion der benachbarten Verlage C. L. Mettcker & Söhne (Jever, Wittmund) und Brune Druck- und Verlagsgesellschaft (Wilhelmshaven) entstandenen Medienhauses künftig gemeinsam mit Diplom-Volkswirt Manfred Adrian. In dem Verlag erscheinen die Tageszeitungen Jeversches Wochenblatt, Anzeiger für Harlingerland und Wilhelmshavener Zeitung, mehrere Anzeigenblätter und zahlreiche weitere Publikationen, das Unternehmen hält außerdem Beteiligungen an mehreren weiteren Medien. Robert Allmers, Volljurist und gelernter Verlagskaufmann, ist auch Gesellschafter des Brune-Mettcker-Verlages. Er hatte, bevor er nach dem Studium 2004 als Assistent der Geschäftsleitung in das Familienunternehmen einstieg, bei der Neuen Osnabrücker Zeitung den Beruf des Verlagskaufmanns erlernt und bei den Lüdenscheider Nachrichten sieben Monate als Trainee absolviert. Allmers ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die älteste der drei Tageszeitungen des Verlages, das Jeversche Wochenblatt, feiert 2016 ihr 225-jähriges Bestehen. Christian L. Mettcker, Vorfahre des neuen Geschäftsführers Robert Allmers, hatte den Verlag vor 200 Jahren nach dem Tod des Gründers übernommen.

 

„Uns‘ Udo“

Besuch im Friesischen Brauhaus: Udo Jürgens mit PR-Direktor Bolko Schroeder. Foto: Helmut Burlager
Besuch im Friesischen Brauhaus: Udo Jürgens mit dem damaligen PR-Direktor Bolko Schroeder. Foto: Helmut Burlager

Gut, wenn man sein Archiv einigermaßen in Ordnung hat. Dann findet man so ein Foto wieder. Udo Jürgens bei einem Besuch im Friesischen Brauhaus zu Jever am 25. Januar 1995. Bolko Schroeder, damals für die PR des Brauhauses zuständig, überreichte ihm die Nachbildung eines Kiebitzpokals als Gastgeschenk. Es war übrigens nicht der erste und einzige Besuch des großen Entertainers in der Marienstadt. Als junger Mann hat Udo Jürgens Schlagzeilen gemacht, als er als einer von wenigen Zivilisten in einem „Starfighter“ der Waffenschule 10 der Luftwaffe in Upjever mitfliegen durfte. Mehr darüber in der heutigen Druckausgabe (23. Dezember) des Jeverschen Wochenblatts. Udo Jürgens ist am 21. Dezember 2014 im Alter von 80 Jahren gestorben.